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Ehem. Fettchemie - 01

Wo heute der Solaristurm die Silhouette der Stadt prägt, begann vor 30 Jahren der Abriss und die Stilllegung einer maroden und runtergewirtschafteten Chemiefabrik. Eine Fabrik, deren bekanntestes Produkt bis heute in zahlreichen Haushalten zu finden sein ist: Das Spülmittel fit. Während sich jedoch das Spülmittel erfolgreich in die neue Zeit rettete, wurde das einstige Stammwerk der VEB Fettchemie von der Treuhandanstalt als nicht als „nicht sanierungsfähig“ eingestuft und schließlich stillgelegt. Wo 1991 1800 Mitarbeiter:innen ihre Arbeitsplätze verließen und zum Teil in eine Auffanggesellschaft überführt wurden, zog nun die Chemnitzer Niederlassung der Treuhandanstalt in das Verwaltungsgebäude. Weite Teile des übrigen Areals wurden stillgelegt oder umfunktioniert. Da wollen wir mal näher hinsehen: In der ca. einstündigen Führung um das Gelände der Fettchemie wollen wir uns auf die Spurensuche nach der damaligen Zeit begeben.

Kunstsammlungen Chemnitz - 01

Während wir 2020 ein wenig Zeitgeschichte freilegen, feiern die Kunstsammlungen Chemnitz in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Unter dem Titel „Im Morgenlicht der Republik“ deuten sich die bewegten Zeiten an, von denen die Kunstsammlungen Chemnitz erzählen können: Auf dem Weg durch die Ausstellung breiten sich Geschichten und Geschichte vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart aus. BesucherInnen wandern durch die Zeiten – vom 19. ins 20. Jahrhundert, von Krieg zu Krieg und Regime zu Regime bis ins Jetzt. Bei so viel Geschichte freuen wir uns ganz besonders darauf, dass die POCHEN Biennale in diesem Jubiläumsjahr für eine kurze Zeit dabei sein darf.

Metropol Kino - 01

Ein echter Hoffnungsträger nach der deutschen Wiedervereinigung: Sofort schlug die Ufa zu und sicherte sich mit dem Metropol eines der ersten Kinos in den neuen Bundesländern. 1998 zog sich die Universum Film AG aus dem Metropol zurück. Nach dem kurzen Intermezzo eines Hamburger Betreibers gaben schließlich Evelin Paulat, ab 2006 Merett Wolf das Bild an. Mit zahlreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten schafften sie die Wiederbelebung des Baus – ein charmantes Kino, für dessen Gastfreundschaft wir in diesem Jahr sehr dankbar sind.

Wirkbau - 01

Wenn wir denn einen Zeugen für die Aufs und Abs der Stadt Chemnitz nennen sollten, dann fiele unsere Wahl sicher auf den Wirkbau mit seinem eindrucksvollen Uhrenturm. Aufstieg zur europäischen Industriemetropole, Krisen und Kriege, Sozialismus, Wende und Wiederaufbau – gesehen hat das einst größte Werk für Textilmaschinenbau schon vieles. Und in diesem Jahr lassen wir es im Rahmen der POCHEN Biennale auch noch das erleben: Die multimediale Hauptausstellung, die Beiträge des Berliner Museums für Werte und jede Menge Menschen, die sich vom modernistischen Charme dieses Schauplatzes beeindrucken lassen.

smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz - 01

Als 1930 hier das Schocken Kaufhaus einzog, war die Warenhauskette bereits die viertgrößten Deutschlands. Dann folgte der Umbruch. 1938 erfolgte die Enteignung des Konzerns durch die Nationalsozialisten. Nur mit etwas Glück entging das Gebäude den Bombardierungen der Stadt Chemnitz, sodass es zu DDR-Zeiten in seinen Dienst als Kaufhaus zurückkehrte. Nach der Wiedervereinigung kaufte sich die Kaufhof AG ein, konnte allerdings den mittlerweile in die Jahre gekommenen Bau nicht halten. Nach umfangreichen Sanierungen zog 2014 schließlich das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz ins Haus, wo wir in diesem Jahr zum zweiten Mal einige künstlerische Positionen präsentieren.

Weltecho - 01

Ein subkultureller Treffpunkt, der alles bereithält: Club und Galerie, Biergarten und Kino, Tanz und Theater: Einen unterhaltsamen Abend hält das Weltecho für wirkliche alle und jeden bereit.
Dabei ging es an diesem Ort nicht immer so feierlich zu. Hier wurde geschuftet. Und das nicht zu knapp. Erst im Verlag der Chemnitzer Neusten Nachrichten, dann, nachdem das durch den Krieg versehrte Haus wiederaufgebaut wurde, im Präsidium der Kammer der Technik, einer FDGB-Organisation für Ingenieur:innen, Techniker:innen und Wissenschaftler:innen der DDR. Das wollen wir uns näher anschauen, weshalb wir mit der POCHEN Biennale auch mal im Weltecho vorbeikommen.

transit - 01

Im Transit, dem Chemnitzer Kulturbahnhof, lassen wir sie ausklingen, diese langen Ausstellungstage, die die Füße müde machen. Doch hier holen wir nochmal alles aus ihnen heraus. Und welcher Ort eignet sich wohl besser, als ein solcher, an dem tagsüber die Vibrationen des Güterverkehrs, nachts dann die Bässe die Fußsohlen massieren? Aber mal ehrlich: Pandemiebedingt darf nicht getanzt werden. Stellt also die Füße fest auf den Boden und nehmt Platz! Hilft auch.

dasTietz - 01

Ein weiteres Chemnitzer Traditionskaufhaus, von dem heute lediglich der Name übriggeblieben ist. 1945 fast vollkommen ausgebrannt, wurde es nach seinem Wiederaufbau 1957 eines der schillerndsten Warenhaus-Projekte der DDR: Über 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, verteilt auf vier Etagen. Nach der Wende kaufte sich die Kaufhof AG zwar ein und führte das Kaufhaus beinahe unverändert weiter, doch entschloss sich die Kette schon bald für einen Neubau in unmittelbarer Umgebung. Der Verwaisung entging das Tietz nach umfangreichen Umbauten: Heute versammeln sich neben der Volkshochschule das Museum für Naturkunde, die Neue Sächsische Galerie und die Stadtbibliothek Chemnitz unter seinem Dach. Und die POCHEN Biennale. Vorübergehend.