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Preis der Zukunft

Von 1990 bis 1994 wurde der Treuhandanstalt die historische Aufgabe überantwortet, das volkseigene DDR-Vermögen in kapitalistisches Privatvermögen zu überführen. Sie spielte damit eine Schlüsselrolle in dem nach der Wiedervereinigung einsetzenden Transformationsprozess der ostdeutschen Gesellschaft. Schnell jedoch sorgte ihr forciertes Vorgehen, die zahlreichen Privatisierungen und Schließungen ostdeutscher Betriebe, für Unruhen in Politik und der ostdeutschen Öffentlichkeit. Bis heute gibt der historisch einmalige Transformationsprozess Fragen auf.

Wie schreiben sich die Brüche infolge eines derart tiefgreifenden Transformationsprozesses in die Leben der Menschen und in die Gegenwart einer Gesellschaft ein? Vom 22. Oktober bis zum 01. November nähert sich die POCHEN Biennale dieser Frage. Durch die Linse der multimedialen Kunst richten wir das Licht auf den entscheidendsten Umbruch der vergangenen 30 Jahre. Ein Umbruch, der bis in die Gegenwart einen Schatten zu werfen scheint. Internationale wie nationale Künstler:innen, Expert:innen und Partner:innen gehen mit uns der Frage nach, wie hoch er war, der Preis der Zukunft.

Euch erwarten sorgfältig kuratierte Künstler:innenpositionen und künstlerische Neuproduktionen in den Hallen des Wirkbau Chemnitz. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Museum für Werte präsentieren wir euch außerdem eine partizipative Bürgerausstellung, die sich dem Thema mit den Zeitzeugenberichten, Artefakten und individuellen Anekdoten rund um die Zeit nähert. Die Künstler:innen werden damit zu Stichwortgeber:innen für Debatte, Austausch und Diskussion. An exponierten Kulturorten der Stadt wird das Festivalprogramm u.a. durch Podiumsdiskussionen, Künstler:innen-Gespräche, Filmvorführungen und Lesungen ergänzt.